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NEIL PEART
No One‘s Disciple (2026 Doku)
Wow. Was eine tolle und gefühlvoll
gemachte Würdigung eines der besten Rock-Drummer aller Zeiten. Ich war nie der
Rush-Nerd wie anscheinend alle anderen überall und würde Songs aus den 90ern
auch nicht einzelnen Alben zuordnen können, noch könnte ich auch nur im Ansatz
Airdrums spielen. Ich kenne auch die Lyrics nicht gut genug, um mitsingen zu
können – aber ich höre Rush unheimlich gerne, habe so gut wie alle Alben in der
Sammlung und einiges auf Blu Ray + DVD und würde mich als Fan bezeichnen, der
vor allem die Sachen aus den 70ern bevorzugt hört. Nicht als Die Hard, aber als
Fan.
Und als solcher hat mir die Doku
wahnsinnig gut gefallen, einfach, weil sie großartig und stilvoll gemacht ist.
Da sitzen Geddy Lee und Alex Lifeson in einem Weinkeller und schenken sich und
ihrem abwesenden Freund ein.
2 dicke Finger breit, wie Neil Peart das immer
gemacht hat und stoßen auf ihn und mit ihm an. Dem fehlenden Wingman. Von da an
beginnt eine tolle Reise durch die Zeit, welche immer mal wieder mit aktuellen
Proberaum-Darbietungen mit jeder Menge anderer bekannter Drummer unterbrochen
wird. Ich mag die Red Hot Chili Peppers nicht, im Gegenteil, ich finde sie
richtig beschissen. Aber was Drummer Chad Smith da abliefert, haut einen um;
voll bei der Sache, geht er z.B. bei „Working Man“ voll auf und schlägt nach
dem Ende des Songs voller Energie nochmal nach und läßt einen lauten Schrei
folgen, so geladen und bei der Sache war er. Muß man gesehen haben. Aber auch
die anderen Drummer wie Danny Carey von Tool (der den Anfang der 2112-Overture
erstmal nicht hinbekommt) oder Stewart Copeland von The Police, der am Ende
schnaufend meint „This is fuckin‘ hard work…and I thought I was Fit“, worauf
Geddy und Alex sich totlachen.
Überhaupt wie die beiden
verbliebenen Rush-Mitglieder rüberkommen ist mitreißend – offen, ehrlich und
nahbar, so wie bspw. auch bei „Beyond the lighted Stage“. Neil Peart kommt
natürlich ebenfalls aus alten und neueren Interviews zu Wort, was einen
insbesondere bei seiner „Ghost Rider“-Story nur ungläubig dasitzen läßt. 55.000
Meilen allein auf dem Motorrad, 5 Jahre lang weg von allem, um den
unglaublichen Verlust von Tochter und Frau innerhalb weniger Monate irgendwie
zu verarbeiten. Auch hier sieht man, wie sehr die beiden anderen Jungs
mitleiden und das immer noch tun.
Am Ende wird es dann hart….es
wird über Neil Pearts Erkrankung erzählt, wie diese sich geäußert und wie er
sich von vielen seiner Musiker-Freunde verabschiedet hat (bei Matt Scanell von
Vertical Horizon fließen Tränen) und man hält es vor Trauer kaum aus. Wie muß
das wohl bei der Band und den jeweiligen Familien gewesen sein….
Beendet wird dieser tolle
eindreiviertel Stunden lange Film dann mit der aktuellen Tour, auf welcher
Geddy Lee und Alex Lifeson ihrem Freund Tribut zollen und erklären, warum es
statt eines anderen namhaften Drummers ausgerechnet die Genre-fremde Deutsche Anika
Nilles geworden ist (die übrigens auch zu Wort kommt und sich der Schwere der
Aufgabe wohl bewußt ist, diese aber wie man liest mit Bravour bewältigt).
Unterm Strich bleibt ein Film,
der hochklassig, einfühlsam und respektvoll ist und auf einem Niveau spielt,
welches genau zu den 3 Jungs von Rush paßt. Menschlich und musikalisch
erstklassig.
Sehr sehr geil und auf youtube zu
sehen.
Frank
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